22.12.2023–21.01.2024 / Oper

Der Rosen­kavalier

Richard Strauss
Fr 22.12.2023
Opernhaus Düsseldorf
18:00 - 22:30
Wiederaufnahme Oper
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Beschreibung
Die Zeit, die ist ein sonderbar Ding. – Opulenter Klangrausch in nostalgischem Ambiente.
Komödie für Musik in drei Aufzügen
Text von Hugo von Hofmannsthal
In deutscher Sprache mit Übertiteln
ca. 4 ½ Stunden, zwei Pausen
Empfohlen ab 14 Jahren
Einen jugendlichen Kavalier mit einer silbernen Rose als Brautwerber auszusenden, ist gefährlich – besonders, wenn man als Auftraggeber die besten Jahre überschritten hat. Prompt verliebt sich die junge Sophie in den Rosenkavalier Octavian, der für den wesentlich älteren Baron Ochs von Lerchenau um Sophie werben soll. Doch Octavian schwärmte bis eben noch für die schöne Feldmarschallin…

Richard Strauss und der Dichter Hugo von Hofmannsthal schufen 1912 eine Komödie, die mit ihrem musikalischen Glanz und ihrer szenischer Opulenz zu einem Abgesang auf die alte Welt wurde. Otto Schenk inszenierte den „Rosenkavalier“ in malerisch nostalgischen Bildern, die noch heute die Zeit als „sonderbar’ Ding’“ vergessen lassen.
Handlung
1. AKT

Die Feldmarschallin Fürstin Werdenberg hat die Abwesenheit ihres Gatten benutzt, um eine Nacht mit ihrem Liebhaber, dem jungen Grafen Octavian Rofrano, zu verbringen. Zu ungewöhnlich früher Morgenstunde dringt Lärm in das Schlafzimmer der Fürstin. Weil sie die unvermutete Rückkehr ihres Gatten befürchtet, muss sich Octavian schnell verbergen. Aber nicht der Fürst, sondern Baron Ochs auf Lerchenau, ein entfernter Verwandter der Marschallin, hat sich gewaltsam Einlass verschafft. Octavian gelingt es nicht mehr, unbemerkt zu entkommen. Er hat sich als Kammerzofe verkleidet und spielt das schüchterne Mädchen vom Lande, für das der Baron auf Lerchenau unverhohlenes Interesse zeigt. Der Baron beabsichtigt, Sophie, die blutjunge Tochter des reichen, erst kürzlich geadelten Herrn von Faninal, zu heiraten und bittet die Fürstin, ihm einen geeigneten „Bräutigamsaufführer“ zu nennen, der nach alter Sitte Sophie die silberne Rose als Zeichen der Verlobung überreichen soll. Zwischendurch aber macht er dem vermeintlichen „Mariandel“ unmissverständliche Anträge, was die Marschallin amüsiert zu Kenntnis nimmt. Nachdem der Baron seine amourösen Erfahrungen zum Besten gegeben hat, schlägt ihm die Marschallin Octavian als Rosenkavalier vor. Als Ochs dessen Bild betrachtet, verwundert ihn die Ähnlichkeit mit „Mariandel“, die dem freimütigen Liebeswerben des Barons endlich entgehen kann, als sie die im Vorzimmer Wartenden zum Lever hereinruft. Dieser turbulente Morgenempfang wird in der üblichen Weise abgewickelt. Der Baron Ochs stört dabei die Arie eines italienischen Sängers durch unbotmäßiges Betragen bei der Formulierung seines Ehevertrages durch den Notar der Marschallin. Als das Gedränge ausgestanden und die Marschallin wieder allein ist, befällt sie leise Wehmut. Sie fühlt den unerbittlichen Fluss der Zeit und weiß, dass sie nichts behalten und aufhalten kann. Auch Octavian, der seine „Mariandel“- Verkleidung wieder abgelegt hat, kann sie nicht trösten, im Gegenteil: die Fürstin weiß, dass auch er sie eines Tages um einer Jüngeren willen verlassen wird. Octavians empörten Beteuerungen macht sie schnell ein Ende, indem sie ihn verabschiedet. Dann schickt sie ihm die silberne Rose für die Braut des Lerchenauers ins Haus.

2. AKT

Faninal verabschiedet sich von seiner Tochter, damit sie – wie es Brauch ist – den Rosenkavalier allein empfangen kann. Aufgeregt beobachtet die Leitmetzerin seine Ankunft. Die feierliche Zeremonie der Rosenüberreichung wird für Sophie und Octavian zum Beginn ihrer Liebe. Schon im zwanglosen Gespräch empfinden die beiden Sympathie füreinander. Als ihr dann ihr zukünftiger Ehemann vorgestellt wird, ist Sophie entsetzt über dessen plumpe Manieren, und seine derbe Zudringlichkeit stößt sie ab. Wütend beobachtet Octavian, wie unverfroren Ochs auf Lerchenau gegenüber Sophie seine zukünftigen Rechte als Ehemann geltend macht. Während dann der Baron im Nebenzimmer den Ehevertrag unterzeichnet, wissen Sophie und Octavian, dass sie zueinander gehören und gestehen sich ihre Liebe. Sie wurden vom Intrigantenpaar Annina und Valzacchi belauscht, die sofort Lärm schlagen und den Baron herbeiholen. Ochs nimmt den Zwischenfall nicht weiter tragisch. Als er Sophie jedoch gewaltsam ins Nebenzimmer zur Unterzeichnung des Ehevertrages bringen will, zieht Octavian den Degen und verwundet ihn leicht. Ein wildes Durcheinander entsteht; Faninal ist außer sich über den Skandal und will Sophie zur Ehe mit dem Baron zwingen, sie andernfalls in ein Kloster stecken. Der Baron, über die Ungefährlichkeit seiner Wunde erleichtert, fühlt sich schon wieder behaglich, vollends dann, als Annina ihm ein Briefchen von dem „bewussten Mariandel“ überreicht, Octavian war auf die List verfallen. Er hatte sich der Dienste Anninas versichert und ließ durch sie dem Baron das Briefchen mit der Aufforderung zum Stelldichein zuspielen.

3. AKT

Mit Hilfe von Annina und Valzacchi hat Octavian die Falle, in die der Baron gehen soll, perfekt vorbereitet. Alles ist zum Rendezvous mit „Mariandel“- Octavian bereit. Octavian spielt die kokette Zofe so gut, dass der verliebte Baron gar nicht merkt, wie gefährlich sich das Netz um ihn zusammenzieht. Ochs auf Lerchenau gerät schließlich in so große Bedrängnis, dass er allerlei verdächtige Gestalten, die sich zeigen und wieder verschwinden, für Geistererscheinungen hält. Er ruft nach der Polizei. Das aber macht seine Lage erst recht fragwürdig: Ein Kommissar, der gleich zur Stelle ist, verdächtigt den Baron, ein ehrsames Bürgermädchen verführt zu haben, und nimmt ihn in ein strenges Verhör. Nun gibt der Baron „Mariandel“ für seine Verlobte Sophie von Faninal aus. Faninal, der, ohne es zu wissen, in dieser Komödie seine Rolle zugeteilt bekam, wurde mit Sophie herbeigerufen. Er ist so empört über das skandalöse Verhalten seines zukünftigen Schwiegersohnes, dass ihn fast der Schlag trifft. Vom Leiblakaien des Barons herbeigerufen, ist schließlich auch die Feldmarschallin zur Stelle. Sie ahnt die richtigen Zusammenhänge und erklärt dem Kommissar gegenüber das Ganze für eine Farce, eine wienerische Maskerade. Ebenso nachdrücklich gibt sie aber dem Baron zu verstehen, dass er sein Spiel verloren und seine Heiratspläne mit Sophie aufzugeben habe. Vom höhnischen Geschrei der Menge begleitet, macht sich Ochs davon. Hilflos steht Octavian zwischen der Marschallin und Sophie. Die Fürstin entsagt ihrer Liebe und führt die beiden jungen Menschen zusammen.