Die Deutsche Oper am Rhein Düsseldorf Duisburg gGmbH ist eine Theatergemeinschaft der Städte Düsseldorf und Duisburg, die auf eine lange Tradition der Zusammenarbeit zwischen den beiden Großstädten zurückblicken kann. Seit ihrer Gründung 1956 zählt sie zu den bedeutendsten Opernhäusern Deutschlands. Durch ihr hochrangiges Solistenensemble, den Chor sowie die national wie international gefeierte Compagnie Ballett am Rhein hat sie sich zu einer der ersten Adressen für Musiktheater und Tanz in Europa entwickelt. Sie ist in der größten und dichtesten Kulturregion Deutschlands beheimatet. Allein die beiden Städte Düsseldorf und Duisburg zählen zusammen fast 1,1 Millionen Einwohner, aber auch die umliegenden Regionen und eine große Zahl auswärtiger Gäste profitieren vom hochkarätigen künstlerischen Angebot der Deutschen Oper am Rhein.

Im Vergleich zu anderen großen Opernhäusern besticht die Deutsche Oper am Rhein durch ihre Leistungsstärke. An den beiden Spielorten, dem Opernhaus Düsseldorf und dem Theater Duisburg, die insgesamt rund 2.400 Zuschauern Platz bieten, können jährlich über 260 Veranstaltungen angeboten werden. Sie umfassen Oper, Operette, Ballett, spezielle Produktionen für junges Publikum, Galakonzerte und zahlreiche Sonderveranstaltungen.

Getragen wird dieses vielseitige Repertoire von den künstlerischen Ensembles, die an der Deutschen Oper am Rhein vereint sind. Dem weltweit größten Solistenensemble gehören ebenso erfahrene und international renommierte Sängerinnen und Sänger an wie zahlreiche junge Künstlerinnen und Künstler, die von Düsseldorf und Duisburg aus ihre Karriere starten. Derzeit zählt das feste Ensemble 47 Solistinnen und Solisten und sieben Mitglieder des Opernstudios. Hinzu kommt eine Reihe von Gastkünstlerinnen und -künstlern, von denen viele bereits seit Jahren mit der Deutschen Oper am Rhein eng verbunden sind.

Seit 2009 gestaltet Generalintendant Prof. Christoph Meyer gemeinsam mit Generalmusikdirektor Axel Kober und - bis Ende der Spielzeit 2019/20 - mit Martin Schläpfer als Ballettdirektor und Chefchoreograph das Programm der Deutschen Oper am Rhein. Alexandra Stampler-Brown gehört seit 2014 als Geschäftsführende Direktorin, Remus Şucheană von 2016 bis 2020 als Ballettdirektor an der Seite Martin Schläpfers zu diesem Leitungsteam, das es sich zur Aufgabe gemacht hat, das künstlerische Niveau des Hauses beständig weiterzuentwickeln, seine große Musiktradition fortzuführen und neue künstlerische Perspektiven zu eröffnen. So gehören die großen „Klassiker“ der Opernliteratur – die Werke von Mozart, Verdi, Puccini und Strauss – ebenso zum Repertoire wie Raritäten der Barockoper, wichtige Stücke der Moderne oder Auftragsarbeiten an Komponisten unserer Zeit.

Während bei den Opern- und Ballettaufführungen in Düsseldorf und Duisburg die jeweiligen Orchester der beiden Städte – die Düsseldorfer Symphoniker bzw. die Duisburger Philharmoniker – zum künstlerischen Gelingen beitragen, ist der Chor der Deutschen Oper am Rhein auf beiden Bühnen in fast allen Opernaufführungen und ausgewählten Ballettproduktionen präsent und wird vom Publikum als ein wichtiges künstlerisches Bindeglied der Theatergemeinschaft geschätzt.

Seit der Spielzeit 2020/2021 ist der Deutsch-Argentinier Demis Volpi neuer Ballettdirektor und Chefchoreograph am Ballett am Rhein. Mit ihm gestalten 45 internationale Tänzer*innen mit unterschiedlichsten künstlerischen Hintergründen ein dialogorientiertes Team auf Augenhöhe und ein neuer starker Vermittlungsansatz zur Publikumskommunikation das neue Profil der Compagnie. Das Ballett am Rhein blickt zurück auf eine lange Geschichte intensiven Tanzschaffens und starker künstlerischer Handschriften. Einen Umgang damit zu finden ist für eine neue Direktion gleichzeitig Chance und Herausforderung. Dem Team von Demis Volpi ist es ein Anliegen, diese Traditionen wahrzunehmen, daran anzuknüpfen, weiterzudenken und mit neuen Impulsen zu versehen, um dem Ballett am Rhein eine neue, starke Bewegungsrichtung zu geben.

Drei zentrale Gedanken bilden die Säulen der neuen Direktion. Lebendige Auseinandersetzung mit Tradition ist Nährboden für Innovation. So steht die Pflege und Weiterentwicklung, aber auch die zeitgemäße Beleuchtung traditionellen Repertoires als eine wichtige Konstante in der Arbeit des Ballett am Rhein. Choreographen wie Hans van Manen, die lange die Tanzsprache der Compagnie geprägt haben, werden weiterhin wichtige Bestandteile des Spielplans bleiben, der durch ebenso prägende Handschriften wie beispielsweise die von Twyla Tharp oder Roland Petit ergänzt wird. Gleichzeitig werden diese etablierten künstlerischen Positionen diversen zeitgenössischen choreographischen Sprachen wie der von Sharon Eyal, Andrey Kaydanovskiy oder Aszure Barton gegenüberstellt, um sie nach Unterschieden und Verwandtschaften zu befragen.

Die zweite Säule stellt das Erzählen von Geschichten in den Mittelpunkt. Demis Volpi ist bekannt für seine neue Sicht auf das Genre des Handlungsballetts und sucht auch in der jungen Generation von Choreograph*innen nach leidenschaftlichen Narrativen. Werke des Theaters, der Literatur, der Poesie in Tanz zu übertragen – dies wird eine neue zentrale Position im Spielplan des Ballett am Rhein einnehmen.

Die dritte Säule schaut in die Zukunft. Innerhalb der Compagnie, aber auch außerhalb, in der Freien Szene oder in anderen Institutionen wartet eine neue Künstler*innengeneration darauf, die Zukunft des Tanzes mitgestalten zu können. Dieses Streben soll keine Randerscheinung im eigenen Format sein, sondern integraler Bestandteil des Repertoires werden. So hat Demis Volpi für seine Produktion „Der Nussknacker“ sowohl Tänzer*innen der Compagnie als auch zwei Choreographinnen des urbanen Tanzkollektivs nutrospektif dazu eingeladen, einzelne Szenen zu choreographieren.
Neben der Wahrung und Weiterentwicklung bestehender Werke und bereits renommierter Künstler*innen soll das Ballett am Rhein eine Keimzelle neuer Ideen werden. Ein Ort, an dem kühne Versuche zu Innovation werden können.

Die Junge Oper der Deutschen Oper am Rhein zeichnet sich durch ein vielfältiges Angebot für Kinder, Jugendliche, junge Erwachsene und Familien aus. Das Bühnenprogramm besteht aus den großen Kinderopern, die auf den beiden Bühnen in Duisburg und Düsseldorf gezeigt werden, sowie aus kleineren Foyer-Produktionen wie der „Zauberflöte fü Kinder“ und mobilen Produktionen für Kitas wie NILS KARLSSON DÄUMLING oder für Grundschule wie der KREATIVEN PAUSE. Ein weiterer Schwerpunkt der Jungen Oper liegt auf Musiktheater- und Tanz-Projekten für verschiedene Altersgruppen und umfangreichen Vermittlungsangeboten zu den Opernproduktionen des Spielplans.

Zur Spielzeit 2013/14 startete die Deutsche Oper am Rhein eine Kooperation mit der Oper Dortmund und dem Theater Bonn unter dem Titel „Junge Opern Rhein-Ruhr“. Dieses deutschlandweit einzigartige Projekt hat zum Ziel, Kinder und Jugendliche für spannendes Musiktheater zu begeistern, indem Werke speziell für sie komponiert und inszeniert werden. Jährlich entstehen neue Auftragskompositionen, sodass aus der Kooperation bis dato sieben Produktionen hervorgegangen sind, die in allen vier Städten gleichermaßen gespielt werden.

Großer Bestandteil der Vermittlungsarbeit der Jungen Oper ist die Vermittlung von den Kinderopern und Repertoireopern. Dies geschieht in vor- oder nachbereitenden Workshops in Kitas, Grund- und weiterführenden Schulen am Vormittag und in der Bereitstellung von pädagogischem Begleitmaterial. Für die Kitas bietet die Junge Oper das Format OPER UND SPIELE an. An mehreren Terminen haben Kita-Kinder in vertrauter Umgebung die Möglichkeit, sich der Kunstform Oper spielerisch und altersgerecht zu nähern.

Neben der Vermittlungsarbeit an Schulen und Kitas im Vormittag gibt es den umfangreichen Bereich der außerschulischen MITMACH-PROJEKTE. Hierbei erreicht die Junge Oper Kinder und Jugendliche zwischen 5 und 30 Jahren. Ziel der Mitmach-Projekte ist es, junge Menschen aller sozialer Schichten und Herkunft die Möglichkeit zu geben, sich künstlerisch auszudrücken und auszuprobieren. Besonders hervorzuheben sind hierbei die Opernmacher 2.0: Hier schreiben und komponieren Jugendliche unter professioneller Anleitung ihre eigene mobile Jugendoper zu dem Oberthema „Müll“. Von den Jugendlichen selber in Szene gesetzt wird die Produktion T.R.A.S.H. von Profi-Musikern aufgeführt in der Spielzeit 2020/21 in zwölf Vorstellungen zu sehen sein.

Neu im Portfolio der Jungen Oper ist seit dieser Spielzeit das MOBILE KLANGLABOR – MUSIKTHEATER FÜR KINDER AB 4 JAHREN. Im Zentrum des Projekts stehen ein transparenter Werkentstehungsprozess im öffentlichen Raum, die Erprobung neuer künstlerischer Formate und die Uraufführung von sechs mobilen Musiktheaterproduktionen für Kinder. Das mobile Klanglabor wird dabei für die Bürger*innen zugänglicher und einsehbarer Arbeitsort der Komponist*innen, Librettist*innen, Regieteams und Bühnenkünstler*innen sein. Von dem Architektenkollektiv raumlabor berlin gemeinsam mit der Deutschen Oper am Rhein als modulares Experimentiermobil mit integriertem Tonstudio erdacht, geplant und gebaut wird es als Arbeits- und Diskursraum ebenso wie als Begegnungs-, Veranstaltungs- und Aufführungsort an verschiedenen Orten in Duisburg und Düsseldorf Quartier nehmen, um sich in die Städte zu öffnen.