Poetisch betrachtet ist es der Rhein, der das Düsseldorfer Opernhaus und das Theater in Duisburg miteinander verbindet. Im praktischen Leben sind es Theaterbusse, Transporter und Sattelschlepper, die zwischen beiden Standorten der Deutschen Oper am Rhein verkehren und Künstler, Kostüme und Kulissen an den Ort bringen, wo die nächste Probe oder Aufführung stattfindet. Seit ihrer Gründung im Jahre 1956 existiert die Deutsche Oper am Rhein als Theatergemeinschaft. Vergleichbare Bühnenmaße erlauben es, die Opern- und Ballettproduktionen sowohl im Düsseldorfer Opernhaus als auch im Theater der Stadt Duisburg zu zeigen.

Das Düsseldorfer Opernhaus an der Heinrich-Heine-Allee besitzt einen attraktiven Standort am Rande der Altstadt, direkt zwischen Hofgarten und Königsallee, und ist fußläufig von der Rheinpromenade zu erreichen.

Hier wurde 1875 nach Plänen des Architekten Ernst Giese das neue Stadttheater eröffnet. Der dem italienischen Renaissancestil nachempfundene Bau mit seinem runden Vorderhaus und 1.260 Sitzplätzen hatte Ähnlichkeit mit anderen repräsentativen Theatergebäuden wie der Semperoper in Dresden.
Durch zwei Luftangriffe wurde das Theater 1943 stark beschädigt. Nach dem Krieg folgte eine Zeit der Provisorien, bis das Opernhaus Mitte der 50er Jahre sein heutiges Gesicht erhielt.

Weitreichende Umbaumaßnahmen nach Plänen der Architekten Julius Schulte Frohlinde (1894 – 1968), Paul Bonatz (1877 – 1956) und Ernst Huhn (1894 – 1964) sollten die hastigen Reparaturen der Kriegszeiten korrigieren und das Erscheinungsbild des Opernhauses neu definieren. Das Vorderhaus mit der schlichten Fassade, den schön geschwungenen Treppen des Foyers und zahlreichen Stilelementen der 50er Jahre steht heute unter Denkmalschutz.

Zwischen 2006 und 2007 veranlasste die Stadt Düsseldorf eine umfangreiche Sanierung des Opernhauses. Sichtbar erweitert wurde das Haus durch einen lichtdurchfluteten Orchester- und Ballettprobensaal. Er öffnet sich mit einer zehn Meter breiten, acht Meter hohen Glasfassade zum Hofgarten und zur Königsallee. Maximal 1.296 Besucher fasst der Saal heute. Im Kellerterrain darunter erstreckt sich der rund 50.000 Kostüme umfassende Fundus – eine Attraktion bei jeder Führung durch das Opernhaus.

 

Geschichte

Von 1873 bis heute

1873
Baubeginn des Stadttheaters in Düsseldorf nach Plänen des Architekten Ernst Giese (1832-1903).

29. November 1875
Eröffnung des erst halbfertigen Hauses, die Kosten sind auf das Doppelte der veranschlagten Summe gestiegen. Die Stadt Düsseldorf war Eigentümer des Gebäudes und verpachtete es samt seiner technischen Einrichtungen an private Unternehmer.

1887
Beginn einer ersten Theaterehe Düsseldorf Duisburg

1891
Inbetriebnahme einer elektrischen Beleuchtungsanlage. Die Bühne war 15,70 m tief und 22,50 m breit, es gab keine Seitenbühnen, stattdessen waren dort Damen- und Herrengarderoben untergebracht. Der Zuschauerraum fasste in Parkett, 2 Rängen und einer Galerie 1260 Sitz- und 90 Stehplätze.

1920
Theaterehe wird wieder aufgelöst.

1921
Die Stadt Düsseldorf übernimmt das Theater in „eigener Regie".

1925
Das Stadttheater wird in „Opernhaus" umgetauft - als Abgrenzung zum neu entstandenen Operettenhaus.

28. Januar und 3. November 1943
Der Zuschauerraum des Opernhauses wird durch Bomben zerstört. Im 2. Weltkrieg war von der Reichstheaterkammer die Weisung ausgegeben worden, unter allen Umständen den Spielbetrieb aufrechtzuerhalten. Also wurde das Opernhaus eiligst wiederaufgebaut und am 1.5. 1944 mit „Fidelio" wiedereröffnet. Nun gab es 1000 Plätze.

1. September 1944
Schließung aller Theater

9. Oktober 1945
„Tosca" als erste „reguläre" Opernvorstellung nach dem Krieg. In der Folgezeit diente das Opernhaus auch dem Schauspiel als Spielstätte: Unter Gustav Gründgens, der die Leitung der Düsseldorfer Theater übernommen hatte, wurden z. B. „König Ödipus" (Regie Gründgens) oder auch die „Hochzeit des Figaro" gegeben.

1954
Es begannen umfangreiche Umbauarbeiten, die die hastigen Reparaturen der Kriegszeiten korrigieren und das unzufriedenstellende Erscheinungsbild des Zuschauerraums verbessern sollten.

1955
Bildung der Theatergemeinschaft Düsseldorf-Duisburg unter dem Namen „Deutsche Oper am Rhein", 1. Generalintendant: Dr. Hermann Juch

22. April 1956
Eröffnung des renovierten Opernhauses mit „Fidelio", bei 1342 Plätzen

29. September 1956
Eröffnung der 1. Spielzeit der Deutschen Oper am Rhein unter Dr. Hermann Juch mit „Elektra" in Düsseldorf, 30. September „Falstaff" in Duisburg

1964
Beginn Generalintendanz Grischa Barfuss (bis 85/86)

1986
Beginn Generalintendanz Kurt Horres (bis 95/96)

1996
Beginn Generalintendanz Tobias Richter

Ab Sommer/Herbst 2009
Beginn Generalintendanz Christoph Meyer

Wandgemälde

im Foyer 1. Rang

Die 9,50 Meter hohen Wände des Foyer 1. Rang im Opernhaus Düsseldorf sind mit mythologischen Szenen von Robert Pudlich ausgestattet.

Die Fresken (Standort Blick zur Fensterseite) enthalten „Szenen“ aus den Themenbereichen der Opern der Ursprungszeit der Oper (Accademia Fiorentina: Wiedererweckung der griechischen Tragödie)
- links: „Bukolische Szene“ (Hirtenszene) mit dem die Flöte spielenden Hirtengott Pan
- Mitte links: Der Zaubergesang der Sirenen (Homer: Odyssee)
- Mitte rechts: Der fahrende Sänger Homer „singt“ (erzählt) von der Eroberung Trojas und den Fahrten des Odysseus
- rechts: Gott Apoll in seinem Strahlenkranz mit seinem Saiteninstrument, der Kithara.

Robert Pudlich (* 1905 in Dortmund; † 1962 in Düsseldorf) war Grafiker, Maler, Illustrator und Bühnenbildner.
Von 1925 bis 1927 studierte er an der Kunstakademie Düsseldorf. 1928 erhielt er den Großen Kunstpreis der Stadt Düsseldorf. Mitglied der Rheinischen Sezession und des Rheinischen Künstlerbundes; seit 1937 Einladung zur International Exhibition of Paintings des Carnegie Institute in Pittsburgh. 1939 Cornelius-Preis der Stadt Düsseldorf. Ab 1947 Bühnenbilder und Kostüme zu Inszenierungen von Gustaf Gründgens (Düsseldorf und Hamburg)  1956 entstanden zahlreiche Wandmalereien, darunter die mythologischen Szenen an den Wänden im 1. Rang. 1955 Professur an der Staatlichen Kunstakademie Düsseldorf. Nach kurzer Krankheit verstarb er in Düsseldorf.