Spielzeitheft 2017/18 - Lieblingsstück

35 unterschiedliche Opern- und Ballettabende stehen in der kommenden Saison auf dem Programm: Suchen Sie jetzt Ihre Lieblingsstücke aus und stellen Sie Ihren persönlichen Spielplan zusammen. Der Vorverkauf für alle Aufführungen von September 2017 bis Juli 2018 läuft bereits – mit einer 8er- oder 6er-Karte oder einem Abo profitieren Sie von attraktiven Ermäßigungen! Einige unserer Kolleginnen und Kollegen verraten Ihnen hier ihre Lieblingsstücke.

 

Morenike Fadayomi, Opernsolistin
Lieblingsstück: TURANDOT

Wenn es in der Oper so richtig dramatisch wird, mag ich es am liebsten. Leidenschaft, Lust und Liebe, Intrigen, Machtspiele, tragische Geschichten voller Emotionen, begleitet von der genialen Musik großer Komponisten, die unsere Gefühle mit ihren Klängen ganz und gar einnehmen, so dass uns ein Schauer den Rücken herunterläuft oder wir gerührt in Tränen ausbrechen. In den ganz großen Dramen mitzuspielen und zusammen mit den wundervollen Kolleginnen und Kollegen des Ensembles, des Chors, des Orchesters sowie den vielen unerlässlichen Spezialisten von Technik, Licht, Ton, Requisite, Kostüm, Maske usw. unsere Zuschauer zu fesseln, ist ein faszinierender Beruf. Besonders freue ich mich auf „Turandot“: Unsere Inszenierung gibt mir die Freiheit, viele Facetten dieser Figur zu zeigen. Puccinis Musik ist bombastisch, und die Kostüme, besonders die der Turandot, sind einfach fantastisch, so dass man sich wirklich wie eine chinesische Prinzessin fühlen kann. 

Morenike Fadayomi
Foto: © Susanne Diesner 
Lukas Beikircher
Foto: © Susanne Diesner
 

Lukas Beikircher, Kapellmeister
Lieblingsstück: UN BALLO IN MASCHERA

Diese Musik ist einfach der Wahnsinn! Verdis „Maskenball“ – original „Un ballo in maschera“ – ist wie ein D-Zug, man steigt ein, es geht los und dann gefühlt in einem Stück durch! Für diese Oper habe ich zum ersten Mal in meinem Leben vor der Wiener Staatsoper übernachtet: Ich war erst 16, aber ein Schulkollege hatte schon einen Führerschein, so dass wir am Abend vorher von München nach Wien fahren konnten. Um sechs Uhr früh begann die Ausgabe der Wartenummern für die Stehplatzkarten. Wir haben unsere Isomatten ausgerollt und uns die Nacht über beim Schlangestehen abgewechselt. Um Pavarotti und Cappuccilli zu erleben, Abbado stand am Pult. Das werde ich nie vergessen! Seitdem ist „Ballo“ für mich immer ein absolutes Highlight. Ich freue mich schon riesig darauf, das Meisterwerk mit unserem wundervollen Ensemble, Chor und den Symphonikern selbst zu dirigieren.

Günes Gürle, Opernsolist
Lieblingsstück: LA CENERENTOLA

Eine seiner meistgespielten und erfolgreichsten Opern – neben „L’italiana in Algeri“ (1813) und „Il barbiere di Siviglia“ (1816) hat Gioacchino Rossini in nur 24 Tagen komponiert: „La Cenerentola“. Ich freue mich auf eine musikalische Herausforderung mit unglaublichem Humor, einer tollen Instrumentierung, rasanten Geschwindigkeiten und vielleicht einigen der besten Ensemble-Nummern der italienischen Oper: das kolossale Finale I. mit allen Solisten und Chor („Mi par d'essere sognando“) und das Sextett im zweiten Akt, als klar wird, dass die Auserwählte des Prinzen ausgerechnet das arme Aschenputtel ist („Questo è un nodo avviluppato“). Inszenierung, Bühne und (!) Kostüme unserer Produktion stammen von dem legendären Jean-Pierre Ponnelle – Einem der größten Regisseure des 20. Jahrhunderts, der mit feinem Witz, Kreativität und traumhafter Eleganz dieses Stück inszeniert hat!

Günes Gürle
Foto: © Susanne Diesner
 
Stefanie Bertram
Foto: © Susanne Diesner
 

Stefanie Bertram, Souffleuse
Lieblingsstück: WOZZECK

Bo Skovhus als Wozzeck – das wird bestimmt superklasse! Ich habe mit ihm bei den Salzburger Festspielen in „Die Eroberung von Mexiko“ zusammengearbeitet, und hier hatte ich ihn ein paar Mal als Graf in „Le nozze di Figaro“. Ein wunderbarer Sänger, Darsteller und Kollege! Ich freue mich darauf, mich mit der komplexen und großartigen Musik von Alban Berg intensiv zu beschäftigen. „Wozzeck“ ist ein ganz modernes, atonales Stück, auf das ich sehr neugierig bin, vor allem auch auf die Interpretation von Regisseur Stefan Herheim. Das Schauspiel, Büchners „Woyzeck“, kenne ich gut, die Oper bisher kaum. Ich bin gespannt, wie die Figuren durch die Musik noch tiefer und krasser werden – vermutlich treffen die Emotionen dann mitten ins Herz. Der Stoff ist für die Oper eher ungewöhnlich: ein Sozialdrama, das mit Wozzeck und Marie einfache, geschundene Kreaturen in den Mittelpunkt stellt.

Bernd Staatz, Chefmaskenbildner
Lieblingsstück: DER ROSENKAVALIER

Wenn ich mich für ein Lieblingsstück der kommenden Saison entscheiden soll, ist es „Der Rosenkavalier“. Diese „Komödie für Musik“ hat viele psychologische Ebenen, sie zeigt verschiedene Charaktere in unterschiedlichen Lebenssituationen. Die unschuldige Jugend und das abgeklärte Alter sind gleichzeitig auf der Szene. Richard Strauß‘ Musik und Hugo von Hoffmannsthals das Libretto sind genial verschmolzen. Mit der aufwendigen, gebildeten Sprache und dem „Rosenritual“ (was ja dem Adel vorbehalten war) passt „Der Rosenkavalier“ perfekt ins Rokoko – jene Stilepoche, die für die  Maske frisurentechnisch eine Herausforderung mit besonders hohem Aufwand darstellt, was sie zugleich besonders reizvoll macht. Um der Marschallin höchst selbst im ersten Akt auf der Bühne eine Frisur zu gestalten, darf ich mich in Hippolyte verwandeln. Jedes Mal ein großes Vergnügen!

Bernd Staatz
Foto: © Susanne Diesner
 
Santiago Mendez
Foto: © Susanne Diesner
 

Santiago Mendez, Abo-Service Duisburg
Lieblingsstück: DIE WALKÜRE

Mit dem „Ring des Nibelungen“ hat meine Leidenschaft für die Deutsche Oper am Rhein begonnen: Vor vielen Jahren suchte man Statisten für die Tetralogie – ich bewarb mich und war bei einer Wiederaufnahme von „Rheingold“, „Walküre“, „Siegfried“ und der „Götterdämmerung“ in der alten Inszenierung von Georg Reinhardt als Statist dabei. Eine intensive Zeit: Neben der Uni war ich Tag und Nacht bei den Proben und allen Aufführungen, ich habe quasi im Theater gelebt, und die Oper hat mich seitdem nicht mehr losgelassen! In den 1990er Jahren kam der „Ring“ von Kurt Horres, und jetzt bin ich sehr gespannt auf Dietrich W. Hilsdorfs Interpretation. „Die Walküre“ mag ich besonders: Bei der Horres-Inszenierung habe ich Gabriele Schnaut kennen gelernt, die damals ihr Brünnhilde-Debüt gab. Ich war von ihrem Gesang und ihrer Bühnenpräsenz begeistert.

Rashaen Arts: Tänzer
Lieblingsstück: SCHWANENSEE (b.36)

Es bedeutet mir sehr viel, mich mit großen Choreographen wie George Balanchine und Hans van Manen in Kombination mit der wunderschönen Musik von Strawinsky und Górecki auseinanderzusetzen, wie es für b.33 geplant ist. Außerdem kehrt für dieses Programm – nach „Deep Field“ – die Komponistin Adriana Hölszky für eine neue Kreation mit Martin Schläpfer zu uns zurück. Ich bin überzeugt, dass unser Ensemble diese drei Stücke mit Souveränität, Eleganz und Freude präsentieren wird! Besonders freue ich mich auf das legendäre Ballett „Schwanensee“ in der neuen Version von Martin Schläpfer (b.36). Mit meiner Erfahrung der letzten vier Jahre als Tänzer beim Ballett am Rhein hoffe ich, für diese große Herausforderung unter der Leitung meines Direktors Martin Schläpfer bereit zu sein. Für einen Tänzer ist es ein Muss, wenigstens einmal in der Karriere in diesem Ballett zu tanzen. Es ist schon immer zeitlos und ich bin sehr dankbar, dass wir es in unser Repertoire aufnehmen dürfen.

Rashaen Arts
Foto: © Susanne Diesner
 
Karolin Zeinert
Foto: © Susanne Diesner
 

Karolin Zeinert, Chorsängerin
Lieblingsstück: DER FLIEGENDE HOLLÄNDER

Richard Wagner ist einer meiner Lieblingskomponisten. Deshalb bin ich natürlich gespannt auf unseren neuen „Ring“ – auch wenn die ersten drei Teile ohne Chor sind. „Trotzdem“ hat der Opernchor in der neuen Saison gut zu tun: Wir wirken an 25 Produktionen mit. Unsere Oper hat ein außergewöhnlich breites Repertoire, so dass wir ganz unterschiedliche Theaterepochen und Regiestile auf der Bühne zeigen können. „Der fliegende Holländer“ ist einer unserer wundervollen Klassiker: Mit den beiden riesigen Schiffen, den schnellen Bühnenverwandlungen, dem Wechsel zwischen düsteren und hellen Momenten wird eine unglaubliche Stimmung erzeugt. Man wird in die geheimnisvolle und unheimliche Atmosphäre des Stücks förmlich hineingezogen. Für unsere Bühnentechnik ist jeder „Holländer“-Abend eine aufregende und anstrengende Herausforderung. So viele große Umbauten in ganz kurzer Zeit! Obendrein ist die Musik einfach grandios. Richard Wagner eben.

Claudine Schoch, Tänzerin
Lieblingsstück: DECADANCE (b.35)

In der neuen Spielzeit stehen uns so viele tolle Stücke bevor, auf die wir uns freuen dürfen, dass es mir alles andere als leicht fällt, hier nur eines zu nennen. Besonders gespannt bin ich auf Ohad Naharins „Decadance“ (b.35), zumal es das erste Mal ist, dass das Ballett am Rhein eine Arbeit des israelischen Choreographen zeigt. Es fasziniert mich, dass „Decadance“, welches verschiedene Elemente aus früheren Werken Naharins beinhaltet, bislang in unterschiedlichster Zusammenstellung einstudiert und getanzt wurde, was es für jede Ballettcompanie und jeden Ort einzigartig machte. Ich bin sehr gespannt, wie die Konstellation für unsere Compagnie aussehen wird und neugierig darauf, die von Ohad Naharin ins Leben gerufene und hinter seiner Bewegungssprache stehende „GAGA“-Philosophie kennenzulernen!

Claudine Schoch
Foto: © Susanne Diesner
 
Stefanie C. Salm
Foto: © Susanne Diesner
 

Stefanie C. Salm, Kostümleitung
Lieblingsstück: PETER GRIMES

Ich freue mich besonders darauf, „Peter Grimes“ von Benjamin Britten wieder zu erleben, diese Geschichte eines Fischers, der nicht in die Dorfgesellschaft passt und aufgrund von Verdächtigungen in eine vollkommen ausweglose Lage gerät. Einzig Ellen Orford, selbst eine Außenseiterin und träumerische Idealistin, versucht ihm zu helfen. Der Chor erscheint als bedrohlicher Mop, als gefährlicher Schwarm – ein packender, beklemmender Abend mit einer außergewöhnlichen Einheit von Musik, Inszenierung, Bühnenbild, Maske und Kostümen. Auf der offenen Bühne erhebt sich eine Flutwelle, die sich immer weiter auftürmt, bis sie gleichsam alles überrollt. Die Kostüme, die wir in unseren Werkstätten gefertigt haben, wiederholen das Material-Patchwork des Bühnenbodens. Jede Hose, jeder Rock und jede Jacke wurde individuell zusammengestellt, gefärbt und bearbeitet. Zusammen ergeben sie eindrucksvolle, ästhetische, düstere Bilder.