Claus Guth
Der in Frankfurt geborene Regisseur Claus Guth studierte an der Münchner Universität Philosophie, Germanistik und Theaterwissenschaft sowie Theater- und Opernregie an der dortigen Hochschule für Musik. Schon früh bildeten Uraufführungen einen wichtigen Schwerpunkt seiner Arbeit (Münchener Biennale). Bei den Salzburger Festspielen deutete er Luciano Berios „Cronaca del luogo“, an der Semperoper Dresden Peter Ruzickas „Celan“, in Basel „Schwarzerde“ von Klaus Huber, Helmut Oehrings „BlauWaldDorf“in Aachen, sein „Unsichbar Land“ in Basel. Im traditionellen Repertoire reicht sein Spektrum von der Barockoper über Glucks „Iphigenie en Tauride“, die er 2000 in Salzburg und Zürich in Szene setzte und Mozart, Rossini, Lortzing, Verdi und Wagner bis zu Klassikern der Moderne wie Strawinskys „The Rake’ s Progress“. Vor allem an den Opernhäusern von Zürich und Basel war Guth, meist in Zusammenarbeit mit dem Bühnen- und Kostümbildner Christian Schmidt, häufig zu Gast; in Zürich führte er u. a. bei „Fierrabras“ (Schubert), „Ariane et Barbe-Bleue“ (Dukas), „Ariadne auf Naxos“ (Strauss) und „Tristan und Isolde“ (Wagner) Regie. 2003 gab er mit dem „Fliegenden Holländer“ sein Debüt bei den Bayreuther Festspielen. 2005 inszenierte er in Wien Mozarts „Lucio Silla“ – seine erste gemeinsame Arbeit mit Nikolaus Harnoncourt, die 2006 mit „Le nozze di Figaro“ in Salzburg fortgesetzt wurde. Auch die beiden weiteren Mozart-Da Ponte-Opern „Don Giovanni“ und „Così fan tutte“ erarbeitete er für die Salzburger Festspiele. Sie wurden 2011 als Zyklus gezeigt. Außerdem war Claus Guth gemeinsam mit Christian Schmidt auch in Dresden (Wagner „Die Meistersinger von Nürnberg“), an der Bayerischen Staatsoper (Verdi „Luisa Miller“), in Frankfurt (Verdi „Un ballo in maschera“, Puccini „Il trittico“, Strauss „Daphne“) sowie in Hamburg zu Gast, wo er nach Verdis „Simon Boccanegra“ den „Ring des Nibelungen“ (Wagner) inszenierte. An der Wiener Staatsoper setzte er Wagners „Tannhäuser“ in Szene, am Theater an der Wien Händels „Messiah“ und Monteverdis „Orfeo“, an der Mailänder Scala Strauss‘ „Die Frau ohne Schatten“. In Kooperation mit dem Opernhaus Zürich zeigte die Deutsche Oper am Rhein 2010 seine Inszenierung von Wagners „Tristan und Isolde“.