Christof Nel
Christof Nel begann seine Theaterlaufbahn als Schauspieler. Nach ersten Regiearbeiten in Köln folgten Inszenierungen bei Peter Palitzsch in Frankfurt, bei Claus Peymann in Stuttgart und am Deutschen Schauspielhaus Hamburg sowie in Bochum, Berlin, Basel, Hannover und Hamburg. Große Beachtung erlangten auch Christof Nels interdisziplinäre und experimentelle Arbeiten, darunter das choreographierte Theater „Thränen des Vaterlandes“ (1986, gemeinsam mit Heiner Goebbels und der Company von William Forsythe), das Kleist-Projekt „Wortpest“ sowie das Freud-Projekt „Wunderblock II“ mit Studenten der Theaterwissenschaft und geistig behinderten Laien am TAT Frankfurt. Seit den 1980er Jahren entstanden darüber hinaus zahlreiche Musiktheaterinszenierungen, darunter an der Oper Frankfurt „Der Freischütz“ (Weber), „Falstaff“ (Verdi), „Die verkaufte Braut“ (Smetana), „Die Meistersinger von Nürnberg“, „Tristan und Isolde“ sowie „Parsifal“ (Wagner), „Salome“ und „Die Frau ohne Schatten“ (Strauss) sowie „Kullervo“ (Sallinen), an der Staatsoper Stuttgart „Intolleranza“ (Nono), die Uraufführung von „Das Schweigen der Sirenen“ (Riehm), „Die Walküre“ (Wagner) und „Simplicius Simplicissimus“ (Hartmann), an der Komischen Oper Berlin „Der Freischütz“, an der Deutschen Oper Berlin „Fidelio“ (Beethoven), an der Oper Köln „Idomeneo“ (Mozart), am Nationaltheater Mannheim „Les contes d’Hoffmann“ (Offenbach) und am Teatro São Carlos Lissabon „Divara“ (Corghi). Für die Deutsche Oper am Rhein und die Ruhrtriennale 2004 erarbeitete Christof Nel zusammen mit Mauricio Kagel das „TheaterKonzert“. Er inszenierte hier auch Mozarts „La clemenza di Tito“, Debussys „Pelléas et Mélisande“ und Schönbergs „Moses und Aron“. Christof Nel war Professor für Opernregie an der Folkwang Hochschule Essen und Gastprofessor an der Musikhochschule Hamburg. Seit vielen Jahren entstehen die meisten seiner Inszenierungen in enger konzeptioneller Zusammenarbeit mit Martina Jochem. Zu ihren jüngsten Arbeiten gehören auch Händels „Belshazzar“ an der Staatsoper Berlin und beim Festival in Aix-en-Provence, „Der Rosenkavalier“ am Staatstheater Hannover, Verdis „Aida“ an der Bayerischen Staatsoper München sowie Strauss‘ „Elektra“, die an der Deutschen Oper am Rhein in einer Koproduktion mit dem Grand Théâtre du Genève zu erleben sein wird.