Adolf Dresen
Adolf Dresen wurde 1935 in Eggesin im Landkreis Uecker-Randow in Mecklenburg-Vorpommern geboren. Von 1953 bis 1959 studierte er u.a. bei Hans Mayer Germanistik in Leipzig. Nach seinem Studium arbeitete er von 1959 bis 1962 als Schauspielregisseur in Magdeburg und anschließend in Greifswald. Hier wurde er 1964 nach einer umstrittenen „Hamlet“-Inszenierung entlassen. Aus diesem Grund arbeitete er als Hilfsarbeiter auf einem Bohrturm im Erdölkombinat Grimmen (Mecklenburg). Von 1965 bis 1977 war Adolf Dresen Regisseur am Deutschen Theater in Berlin. 1977 siedelte er nach der Ausbürgerung von Wolf Biermann nach Westdeutschland über. Es folgte von 1977 bis 1981 ein Engagement am Wiener Burgtheater, dort inszenierte er u.a. Lessings „Emilia Galotti“. 1979 gab Dresen mit Tschaikowskys „Eugen Onegin“ sein Operndebüt in Hamburg. Von 1981 bis 1985 war er als Schauspieldirektor in Frankfurt am Main tätig. Danach arbeitete Adolf Dresen als freier Opernregisseur an zahlreichen Bühnen und Opern in Europa, u.a. an der Oper Frankfurt (Janáček „Jenufa“) am Théâtre de la Monnaie Brüssel (u.a. Beethoven „Fidelio“), am Pariser Théâtre du Châtelet, der Wiener Staatsoper (Berg „Wozzeck“, Wagner „Der Ring des Nibelungen“) und an der Royal Opera Covent Garden in London. An der Deutschen Oper am Rhein inszenierte er Mozarts „Don Giovanni“ und Wagners „Der fliegende Holländer“. Am 11. Juli 2001 verstarb Adolf Dresen im Alter von 66 Jahren in Leipzig. Der Schriftsteller Christoph Hein würdigte Dresen in seiner Trauerrede als einen begnadeten Schauspielleiter, vorzüglichen Schriftsteller und wunderbaren Opernregisseur. Er sei unverfroren an die „geheiligten Werke des Theaters und der Oper herangegangen“, sagte Hein. Dresens „gründliches, radikales Nachfragen“ habe ihn zu fulminanten Inszenierungen befähigt, „mit denen er sich in der DDR, dann später im vereinten Deutschland und in Europa einen Namen machte.“