Ballett am Rhein - b.22 | BILDIDEE und FOTO Gert Weigelt
b.22
Moves / Jerome Robbins
ein Wald, ein See / Martin Schläpfer
Opernhaus Düsseldorf
Mittwoch, 03. Juni 2015
19:30 - 22:00 Uhr

Dauer b.22: ca. 2 ½ Stunden, zwei Pausen
14,50 - 67,50 € Abo.+4 Online Tickets: 14,50 - 67,50 €
Weitere Termine
Theater Duisburg
Januar 2015
Fr  |  23.01.  | 19:30  Abo. P Online Tickets: 18,10 - 62,80 €
So  |  25.01.  | 18:30  Abo. C Online Tickets: 16,10 - 56,00 €
Fr  |  30.01.  | 19:30  Abo. A Online Tickets: 16,10 - 56,00 €
Februar 2015
Do  |  05.02.  | 19:30  Abo. X Online Tickets: 16,10 - 56,00 €
Sa  |  07.02.  | 19:30  Abo. E Online Tickets: 16,10 - 56,00 €
Mi  |  11.02.  | 19:30  Abo. D Online Tickets: 16,10 - 56,00 €
Opernhaus Düsseldorf
Mai 2015
Fr  |  22.05.  | 19:30  Abo. 18 Online Tickets: 16,80 - 75,10 €
Sa  |  30.05.  | 19:30  Abo. 24 Online Tickets: 14,50 - 67,50 €
Juni 2015
Mi  |  03.06.  | 19:30  Abo. 4 Online Tickets: 14,50 - 67,50 €
Sa  |  06.06.  | 19:30  Abo. 23 Online Tickets: 14,50 - 67,50 €
Di  |  23.06.  | 19:30  Abo. 50 Online Tickets: 14,50 - 67,50 €

Dauer b.22: ca. 2 ½ Stunden, zwei Pausen
verwundert seyn – zu sehn (Uraufführung)
Martin Schläpfer
Alexander Skrjabin und Franz Liszt – diese beiden gehören für Martin Schläpfer zusammen als herausragende und zugleich vereinzelte, einsame Figuren in der Musikgeschichte, beide sowohl Pianisten als auch Komponisten, aber auch originelle Vordenker ihrer Zeit. Erstmals wird Martin Schläpfer zur Musik dieser genialen Tonkünstler ein Ballett kreieren.

Für die Spielzeit 2014/15 hat er unter dem Titel „verwundert seyn – zu sehn“ Skrjabins sechste und zehnte Sonate für Klavier ausgewählt, entstanden in den Jahren 1911 und 1913, einer Zeit der künstlerischen Experimente, Aufbrüche und Utopien. Zwischen den zwei einsätzigen Werken erklingt Franz Liszts virtuose „Grande Valse di bravura“, eine brillante Klavierkomposition aus dem Jahr 1836, der Liszt den Beinamen „Le bal de Berne“ verlieh. „Es geht mir nicht um einen Bruch“, so Martin Schläpfer zu seiner Musikwahl, „sondern eher um ein lichtes und heiteres, aber sehr kraftvolles Hochtal, das sattgrün zwischen den beiden vermondeten und umwölkten Höhenlagen von Skrjabin liegen muss.“

Seine Sonate Nr. 6 hat Skrjabin selbst nie öffentlich gespielt. Zu „alptraumhaft, undurchschaubar, unsauber und hinterhältig“ fand er seine eigene Komposition, zog sie aber dennoch nicht zurück. Die Noten sind gespickt mit Spielanweisungen, die auf Skrjabins ambivalente Gefühle zu diesem Werk hinweisen: „Sonderbar“ und „mysteriös“ beginnt die Sonate, „Angst wallt auf“, einer Passage „mit Wirrnis“ folgt ein „zunehmend beschwingter“ Abschnitt „mit Entzücken“ bis hin zum Zusammenbruch. Die Sonate Nr. 10 handelt laut Skrjabin von Insekten, die „aus der Sonne geboren“ würden als „Küsse der Sonne“. In impressionistisch schillernden Klängen lässt Skrjabin seine Vision einer modernen, sich von tonalen Strukturen ablösenden Musik erklingen.

Als musikalischen Partner konnte Martin Schläpfer erneut Denys Proshayev gewinnen, der das Publikum bereits als Solist in „Drittes Klavierkonzert“ begeisterte. Der weißrussische Pianist, 1. Preisträger des renommierten ARD-Wettbewerbs in München, ist mittlerweile als Konzertpianist wie als Kammermusiker auf den wichtigen europäischen Konzertbühnen zu hören. „Es schien mir zwingend, Proshayev zu fragen“, so Martin Schläpfer, „ist er doch im Stande, einen solch magischen geheimnisvollen Anschlag zu produzieren, dass sich Welten auftun.“
 
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VERWUNDERT SEYN – ZU SEHN (Uraufführung)
Martin Schläpfer

MUSIK Sonaten für Klavier Nr. 6 und Nr. 10 von Alexander Skrjabin sowie „Grande Valse di bravura ‚Le bal de Berne‘“ (Erste Fassung) S 209 von Franz Liszt

 

Choreographie Martin Schläpfer
Bühne und Kostüme Keso Dekker
Video Keso Dekker, Christoph Schödel
Licht Franz-Xaver Schaffer
 
Klavier Denys Proshayev
Tänzerinnen Ann-Kathrin Adam, Marlúcia do Amaral, Camille Andriot, Sabrina Delafield, Sonia Dvorak, Christine Jaroszewski, Helen Clare Kinney, Anne Marchand, Louisa Rachedi, Aryanne Raymundo, Elisabeta Stanculescu
Tänzer Philip Handschin, Richard Jones, Marcos Menha, Chidozie Nzerem
 
Moves
Jerome Robbins
Ein Stück ohne Musik, und doch alles andere als ein stilles Stück: Jerome Robbins’ „Moves“ ist eine Besonderheit im Werk des amerikanischen Choreographen. Die 1959 für seine damalige Compagnie Ballets USA entstandene Choreographie wird nicht musikalisch strukturiert, untermalt oder kontrastiert. Die einzigen Klänge, die in „Moves“ zu hören sind, sind diejenigen, die die Tänzerinnen und Tänzer selbst erzeugen. Mit dem Knallen und Schleifen der Spitzenschuhe auf dem Bühnenboden, dem Klatschen der Handflächen auf den Oberschenkeln erschaffen sie ihren eigenen Soundtrack. Ihre virtuosen Bewegungen erzeugen hörbare Spuren.

In besonderem Maße gilt für „Moves“, was Robbins über Tanz überhaupt äußerte: „Dance is about relationships.“ Ohne musikalische Ereignisse als Grundlage der Choreographie treten die Wechselwirkungen und Beziehungen zwischen den Tänzern in den Vordergrund. Dabei erfordert „Moves“ von ihnen höchste Konzentration und ein permanentes Bewusstsein füreinander. Gesten werden aufgegriffen, variiert, weiterentwickelt. Auf der Bühne verbinden sich diese abstrakten Beziehungen immer auch mit emotionalen Momenten. Wiederholt wird die Frage nach der Zugehörigkeit zu einer Gruppe gestellt, werden Personen ausgestoßen, um im nächsten Moment wieder Teil einer Formation zu sein. Robbins bedient sich dabei einer an seinem Mentor George Balanchine geschulten Tanzsprache, erweitert diese aber durch Alltagsbewegungen und theatrale Gesten. So gelingt es ihm, Qualitäten des Modern Dance in seine Choreographie zu integrieren, ohne auf Virtuosität und Technik des klassischen Balletts verzichten zu müssen.

Mit seinen 66 Choreographien, aber auch mit seinen Arbeiten für den Broadway zählt Jerome Robbins zu den wichtigsten amerikanischen Choreographen des 20. Jahrhunderts. 1949 als Associate Artistic Director von George Balanchine an das New York City Ballet berufen, blieb er diesem über 40 Jahre verbunden, viele seiner Choreographien finden sich noch immer im Repertoire der Compagnie. Mit „Moves“ setzt das Ballett am Rhein seine mit „Afternoon of a Faun“ begonnene Auseinandersetzung mit Robbins’ choreographischem Werk fort.
 
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MOVES
A BALLET IN SILENCE
Jerome Robbins © The Robbins Rights Trust
 

Choreographie Jerome Robbins
Kostümrealisation Gabriela Oehmchen
Licht Jennifer Tipton
Choreographische Einstudierung Ben Huys
 
Tänzerinnen Mariana Dias, Nathalie Guth, Alexandra Inculet, So-Yeon Kim, Claudine Schoch, Julie Thirault
Tänzer Paul Calderone, Jackson Carroll, Michael Foster, Sonny Locsin, Bruno Narnhammer, Alexandre Simões
 
ein Wald, ein See
Martin Schläpfer
Wie Wellen schwingen sich verformte Metallstangen durch den Raum: ein Wald, ein See. Aber auch eine abstrakte „Landschaft“, eine visuelle Atmosphäre, nur angedeutet, kaum festgelegt. Sachlichkeit und Strenge als starke Präsenz und zugleich offenes Assoziationsfeld, voller Dunkelheiten und poetischer Bilder.

„Ein Wald, ein See: Beide sind Flächen, Horizonte von vorne. Beide sind ruhig, kraftvoll, wild – von außen hell, drinnen dunkel. Gebiete, die vom Menschen genutzt, benutzt werden – aber schlussendlich nicht bewohnbar sind für ihn. Symbole anderer Welten – und trotzdem fühlen wir uns angezogen von ihnen“, erläuterte Martin Schläpfer zu seinem 2006 für das ballettmainz entstandenen Tanzstück, das nun in neuer Einstudierung mit dem Ballett am Rhein zu erleben sein wird.

Wie vereinzelte „Baumstämme“ ragen Tänzerinnen und Tänzer aus Gruppenformationen immer wieder hervor, lösen sich aus der synchronen Masse heraus. Die Atmosphäre ist erotisch aufgeladen mit einer fremden Kraft zwischen Zärtlichkeit und Brutalität, Kuss und Erwürgen … Blicke in eine durchaus reale Welt, aber von Menschen besiedelt, die nicht nur uns, sondern auch sich selbst fremd sind – ein unbekannter Stamm vielleicht, mit seinen ganz eigenen Riten. Archaisch, kraftvoll, extrem.

Wie in einem Panorama gleitet das Ohr durch die musikalischen Bilder einer Klanglandschaft. „Ein Waldrand (Eingang wie Ausgang)“, „im Wald, Angst, bis hin zur Panik“, „ein See“, „eine Lichtung (aber auch ‚Erleuchtung‘)“, „Verlassenheit“, lauten die „Überschriften“ zu den einzelnen Abschnitten der im Auftrag von Martin Schläpfer entstandenen Komposition Paul Paveys – ein Ausnahmemusiker, der ein höchst sensitives Gespür für den tanzenden Körper, den tanzenden Menschen offenbart und immer wieder auch in seinen Live-Performances mit diesem in eine unmittelbare Interaktion tritt, also Ballettmusik im besten Sinne schafft.
 
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EIN WALD, EIN SEE
Martin Schläpfer

MUSIK Paul Pavey

 

Choreographie Martin Schläpfer
Bühne Thomas Ziegler
Kostüme Catherine Voeffray
Licht Franz-Xaver Schaffer
 
Live-Musik Paul Pavey
Tänzerinnen Sachika Abe, Marlúcia do Amaral, Doris Becker, Wun Sze Chan, Feline van Dijken, Nathalie Guth, Yuko Kato, Virginia Segarra Vidal, Julie Thirault, Irene Vaqueiro
Tänzer Rashaen Arts, Andriy Boyetskyy, Jackson Carroll, Odsuren Dagva, Filipe Frederico, Sonny Locsin, Alexander McKinnon, Boris Randzio, Friedrich Pohl
 

 

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