Martin Schläpfer: Johannes Brahms – Symphonie Nr. 2 | Ensemble | © Gert Weigelt
b.21
Serenade / George Balanchine
Alltag (Uraufführung) / Hans van Manen
Opernhaus Düsseldorf
Sonntag, 23. November 2014
18:30 - 21:00 Uhr

Dauer b.21: ca. 2 ½ Stunden, zwei Pausen
17,10 - 81,50 € Abo.+20
Ausverkauft:
Weitere Termine
Opernhaus Düsseldorf
November 2014
So  |  23.11.  | 18:30  Abo. 20
Do  |  27.11.  | 19:30  Abo. 15 Online Tickets: 17,10 - 81,50 €
Dezember 2014
So  |  21.12.  | 18:30  Abo. 4

Dauer b.21: ca. 2 ½ Stunden, zwei Pausen
Serenade
George Balanchine
„Das Ballett ‚Serenade‘ gehört zu den wenigen großen neoklassischen Ensemble-Werken der Geschichte. Es ist ein wesentliches Segment unserer Kunst: die Entdeckung der Schönheit des Tanzes im Ensemble“, äußerte sich Martin Schläpfer einmal über George Balanchines „Serenade“. Schläpfer hatte das Werk bereits in seiner ersten Spielzeit als Ballettdirektor an der Deutschen Oper am Rhein 2009/10 präsentiert und konnte das Publikum damit für eines seiner eigenen choreographischen Vorbilder begeistern. Nun kehrt „Serenade“ aufgrund seines großen Erfolgs an den Rhein zurück und wird zudem von einer Compagnie getanzt, die in den vergangenen Jahren technisch und stilistisch noch weit über sich hinausgewachsen ist.

Wie verzauberte Elfen beim nächtlichen Tanz im Mondschein wirken die Tänzerinnen in ihren langen Tutus, einerseits romantische Wesen, zugleich aber von höchster Sinnlichkeit und Weiblichkeit. Balanchine zeigt in „Serenade“ die Schönheit des puren Tanzes, indem er mit geradezu überbordendem Einfallsreichtum Ensemble und Solisten in immer neuen architektonischen Kompositionen zusammenführt – bis sich plötzlich doch eine kleine Geschichte herauszuschälen beginnt.

Das Ballett zu Peter I. Tschaikowskys romantischer Serenade für Streichorchester war ursprünglich für die Studierenden der School of American Ballet gedacht – herausgekommen ist ein Meisterwerk des 20. Jahrhunderts, dem weitere gefeierte Choreographien wie „The Four Temperaments“, „Agon“ und „Episodes“ folgen sollten.

Balanchine, 1904 in St. Petersburg geboren und Choreograph der legendären Ballets Russes, hatte im Jahr 1933 eine Einladung nach New York angenommen, dort Leiter der School of American Ballet zu werden, aus der schließlich das spätere New York City Ballet hervorging. Dabei sollte es nicht bleiben: Er schuf seinen eigenen unverwechselbaren Stil, ein neoklassisches Ballett für das 20. Jahrhundert, indem er französische und russische Tradition buchstäblich in eine neue Welt führte.
 
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SERENADE
George Balanchine © The George Balanchine Trust

MUSIK Serenade für Streicher C-Dur op. 48 von Peter I. Tschaikowsky
 

Choreographie George Balanchine
Musikalische Leitung Jochem Hochstenbach
Kostüme nach Barbara Karinska
Choreographische Einstudierung Patricia Neary
Licht Thomas Diek
 
Tänzerinnen Doris Becker, Louisa Rachedi, Claudine Schoch, Sachika Abe, Ann-Kathrin Adam, Wun Sze Chan, Sabrina Delafield, Mariana Dias, Feline van Dijken, Sonia Dvorak, Nathalie Guth, Alexandra Inculet, So-Yeon Kim, Helen Clare Kinney, Anne Marchand, Aryanne Raymundo, Virginia Segarra Vidal, Elisabeta Stanculescu, Julie Thirault, Irene Vaqueiro
Tänzer Philip Handschin, Marcos Menha, Filipe Frederico, Richard Jones, Alban Pinet, Friedrich Pohl
Orchester Düsseldorfer Symphoniker
 
Alltag (Uraufführung)
Hans van Manen
Hans van Manen und Martin Schläpfer: Seit vielen Jahren kreuzen sich ihre Bahnen. Aus einem bewunderten Meister und wichtigen Mentor, der mit seinem unverwechselbaren Œuvre schon lange zu den ganz Großen unserer Zeit zählt, wurde mehr und mehr ein Weggefährte, ein Freund – und ein Künstler, der immer bereitwillig und großzügig sein Schaffen zur Verfügung stellt. Für das Publikum ist jedes seiner Ballette ein einzigartiges Beispiel für das vollendete Zusammenspiel von Musik und Bewegung, die Erschaffung menschlicher Charaktere und das Ausloten ihrer Emotionen in einer kristallklaren Sprache frei von aller anekdotischen Erzählweise. Unter Martin Schläpfers Obhut konnten gleich mehrere Generationen von Tänzern – in Bern, Mainz und nun an der Deutschen Oper am Rhein – an den Werken des inzwischen 81-jährigen Niederländers derart wachsen und reifen, dass Wiebke Hüster unlängst in der Frankfurter Allgemeinen Zeitung das Ballett am Rhein zur „besten Adresse in Deutschland“ kürte, „um Hans van Manens wundervolle Stücke zu sehen“.

So bereitwillig der Choreograph seine Werke immer wieder auch anderen Compagnien anvertraut, seine eigentliche Heimat blieben bis heute die beiden Ensembles, bei denen er sich abwechselnd zu Hause fühlte: das in Den Haag ansässige Nederlands Dans Theater und Het Nationale Ballet Amsterdam. Für diese beiden entstanden seit 1994 – abgesehen von einer einzigen Arbeit für Introdans – alle seine Choreographien. Dass Hans van Manen dem Ballett am Rhein als erster deutscher Compagnie seit über 20 Jahren nun eine Uraufführung schenkt, ist also durchaus eine Sensation, die noch durch ein weiteres Moment gekrönt wird: Nachdem Martin Schläpfer 2012 bereits für den Pas de deux „The Old Man and Me“ als Tänzer auf die Bühne zurückkehrte, wird Hans van Manen sein neues Stück für ihn als Solisten sowie ein kleines Ensemble aus Ballett am Rhein-Mitgliedern kreieren – eine Uraufführung, die nochmals eine neue Seite in der Geschichte einer besonderen Freundschaft aufschlägt: Hans van Manen und Martin Schläpfer.
 
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ALLTAG (Uraufführung)
Hans van Manen

MUSIK Adagio aus der Klaviersonate op. 1 Nr. 4 C-Dur von Manuel Blasco de Nebra sowie von Johann Sebastian Bach, Franz Schubert und Gustav Mahler
 

Choreographie Hans van Manen
Bühne und Kostüme Keso Dekker
Licht Bert Dalhuysen
 
Tänzerinnen Marlúcia do Amaral, Doris Becker
Tänzer Martin Schläpfer, Alexandre Simões
 
Johannes Brahms - Symphonie Nr. 2
Martin Schläpfer
Mit großen, frei dahingeworfenen Pinselstrichen baut sich eine Landschaft vor unserem Auge auf. Keso Dekker hat einen Raum geschaffen, der vielerlei Assoziationen zulässt: ein stürmischer Herbsttag, ein aufgepeitschter See, eine hügelig-nächtliche Gegend, die durchaus Anmut kennt – vielleicht dort, wo Johannes Brahms 1877 seine Sinfonie Nr. 2 in D-Dur komponierte, in Kärnten, am Wörthersee – vielleicht.

Wie kaum einem anderen Zeitgenossen gelingt es Martin Schläpfer immer wieder, das Wesen großer sinfonischer Werke zu erfassen und in Tanz zu verwandeln. In den Bewegungsimaginationen seiner 2013 im Theater Duisburg uraufgeführten Choreographie „Johannes Brahms – Symphonie Nr. 2“, die nun auch im Opernhaus Düsseldorf auf dem Spielplan steht, lebt das Universum des Balletts von „Giselle“ bis „Schwanensee“ weiter. Dabei sind es jedoch nicht die alten Geschichten als Handlung, die den Choreographen interessieren, sondern ihr Tanz – ein Vokabular, das damals erfunden wurde, um auszudrücken, was die Erzählung erforderte: Verzauberung, Elfenhaftes, auch Virtuoses … All das lebt in „Johannes Brahms – Symphonie Nr. 2“ weiter, aber auf eine Weise, die sich der Doppelbödigkeit von Idylle und romantischer Sehnsucht mit der Melancholie der Moderne bewusst ist und Martin Schläpfer damit als einen der aufrichtigsten Gestalter unserer Zeit zeigt.

In „Johannes Brahms – Symphonie Nr. 2“ schaut Martin Schläpfer „aus der Ferne auf den Ursprung der Ballett-Welt, und kommt ihr doch ganz nah – indem er unsere Phantasie zündet. Was kann Kunst mehr?“, schrieb Dorion Weickmann in der Süddeutschen Zeitung über die Uraufführung. Und Wiebke Hüster in der Frankfurter Allgemeinen Zeitung: „Der Tanz hat die Märchen aufgegeben, die Elfen, Königinnen, Willis und Schwäne. Aber sein Zauber ist nicht gebrochen. Seine Zukunft hat eben, zu Brahms’ Zweiter, begonnen.“

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Am Schluss des Programms b.21 sollte ursprünglich ein neues Ballett von Terence Kohler stehen – eine Arbeit, die der Choreograph wegen einer Erkrankung jedoch leider nicht zu Ende bringen konnte. Martin Schläpfer entschied sich daraufhin, an diese Stelle sein eigentlich für b.23 geplantes Ballett „Johannes Brahms – Symphonie Nr. 2“ zu setzen, das nun nach der Premiere in Duisburg auch in Düsseldorf zu erleben ist. Das neue Eröffnungsstück für b.23 wird im September 2014 bekannt gegeben.
 
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JOHANNES BRAHMS – SYMPHONIE NR. 2
Martin Schläpfer

MUSIK Sinfonie Nr. 2 D-Dur op. 73 von Johannes Brahms
 

Choreographie Martin Schläpfer
Musikalische Leitung Jochem Hochstenbach
Bühne und Kostüme Keso Dekker
Licht Franz-Xaver Schaffer
 
Tänzerinnen Sachika Abe, Ann-Kathrin Adam, Marlúcia do Amaral, Doris Becker, Wun Sze Chan, Mariana Dias, Feline van Dijken, Alexandra Inculet, Christine Jaroszewski, Yuko Kato, So-Yeon Kim, Anne Marchand, Claudine Schoch, Virginia Segarra Vidal, Irene Vaqueiro
Tänzer Rashaen Arts, Paul Calderone, Odsuren Dagva, Michael Foster, Filipe Frederico, Philip Handschin, Bruno Narnhammer, Chidozie Nzerem, Friedrich Pohl, Boris Randzio, Alexandre Simões
 

 

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