Hagar Sharvit, Felix Rathgeber | © Hans Jörg Michel
Wachsfigurenkabinett
Karl Amadeus Hartmann
maxhaus
Samstag, 05. April 2014
20:30 - 21:45 Uhr
/ Premiere

Dauer: ca. 1 ¼ Stunde, keine Pause
12,00 €
Dauer: ca. 1 ¼ Stunde, keine Pause
Karl Amadeus Hartmann (1905–1963) komponierte 1929–1930 den fünfteiligen Zyklus von Kammeropern, zusammengefasst unter dem Titel „Wachsfigurenkabinett“, für das neu eingerichtete Opernstudio der Münchner Staatsoper. Die fünf kleinen Opern blieben jedoch unvollendet, die Uraufführung erfolgte erst postum im Rahmen der ersten Münchener Biennale 1988 im alten Astronomiesaal des Deutschen Museums. Die Skizzen der drei bis dahin noch nie aufgeführten Stücke wurden von Hans Werner Henze, Günter Bialas und Wilfried Hiller vervollständigt.

Der von der Kabarettszene in Berlin und München beeinflusste Librettist Erich Bormann schrieb fünf kuriose Miniaturen, die in Momentaufnahmen den Anfang des 20. Jahrhunderts wie in einem Wachsfigurenkabinett festhalten. Vom schnellen Aufstieg und rastlosen Tun, vom Geld und von den scheinbar goldenen Zeiten in Amerika handeln die fünf Stücke. Musikalisch ließ sich Hartmann von den populär-musikalischen Strömungen seiner Zeit wie dem Jazz oder der Stummfilm- und Modetanzmusik inspirieren. Er wählte eine Kammerbesetzung mit Flöte, Oboe, Klarinette, Fagott, Trompete, Posaune, Schlagzeug, Harmonium und Klavier. Gemeinsam sind den Miniaturen der schlichte, sachliche Stil, die kleine Besetzung und ihre zugespitzte, montagehafte Dramaturgie.

Die Sängerinnen und Sänger des Opernstudios sind in den fünf Kurzopern in den unterschiedlichsten Partien zu erleben.

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LEBEN UND STERBEN DES HEILIGEN TEUFELS
Das als Nummernoper angelegte Stück „Leben und Sterben des heiligen Teufels“ befasst sich mit den letzten Ereignissen im Leben des hellseherischen Mönchs Grigorij Rasputin vor seiner Ermordung. Die Moritat wurde vermutlich von Erwin Piscators Berliner „Rasputin“-Inszenierung angeregt.

DER MANN, DER VOM TODE AUFERSTAND
(Nach den Skizzen vervollständigt und in Partitur gesetzt von Günter Bialas (Vorspiel & Finale) und Hans Werner Henze)
„Der Mann, der vom Tode auferstand“, von Günter Bialas (Vorspiel und Finale) und Hans Werner Henze vervollständigt, zeigt einen angstgeplagten Kapitalisten, der im Halbschlaf eine Radioübertragung der Revolutionsoper „Das Ende der Paläste“ mit dem Straßenlärm vor seinem Haus vermischt und Schein und Wirklichkeit nicht mehr trennen kann. Als es an der Tür klingelt denkt er, die „Kommunisten“ wollten ihn holen, stellt jedoch fest, dass seine Frau nur ihren Hausschlüssel vergessen hat.

CHAPLIN-FORD-TROTT
(Nach den Skizzen vervollständigt und in Partitur gesetzt von Wilfried Hiller)
Die Konsum- und Unterhaltungswelt, Rassismus, Korruption und scheinbare Sexualmoral im Amerika der Zwanziger Jahre wird in „Chaplin-Ford-Trott“, einer „szenischen Jazzkantate“, parodiert. Musikalisch wird in Rhythmus und Melodik eine Beziehung zu den Modetänzen der Zwanziger Jahre hergestellt. Wilfried Hiller vervollständigte den autographen Klavierauszug mit Ergänzungen nach Hartmanns Angaben.

FÜRWAHR...?!
(Nach den Skizzen vervollständigt und in Partitur gesetzt von Hans Werner Henze)
Das Stück ist eine amüsante Miniatur aus dem Leben der kleinen Leute: zwei betrunkene Männer wollen dieselbe Haustüre aufschließen und geraten darüber in Streit, bis die Hausherrin die Verwirrung auflöst: „Führwahr, ich merk‘ es schon: es ist der Vater mit seinem Sohn.“

DIE WITWE VON EPHESOS
Das Singspiel „Die Witwe von Ephesos“, in Anlehnung an die antike Erzählung aus dem „Satyricon“ des Petronius, stammt vollständig aus Hartmanns Feder und ist eine Satire auf ökonomische Fehlentwicklungen und daraus resultierender Not und Verrohung menschlicher Gefühle in ökonomischer Sicht.
 
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Karl Amadeus Hartmann
WACHSFIGURENKABINETT

Fünf kleine Opern
Libretti von Erich Bormann
 
In deutscher Sprache
 

Musikalische Leitung Ville Enckelmann
Inszenierung Mechthild Hoersch
Videoinstallation und Bühne Constantin Wallhäuser
Kostüme Inga Gürle
Dramaturgie Bernhard F. Loges
 
Sängerin Luiza Fatyol, Hagar Sharvit, Jessica Stavros, Aïsha Tümmler
Sänger Attila Fodre, Evgenii Nagovitcyn, Paul Stefan Onaga, Felix Rathgeber
Kind Magnus Enckelmann
Orchester Düsseldorfer Symphoniker
 

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